Heđin Brú war einer der ersten Autoren, der in der färingischen Sprache schrieb. 1940 kam der Roman heraus. Eine bedeutende Entscheidung, denn bislang hatte es fast nur Literatur in dänischer Sprache von der Inselgruppe gegeben. Die hier besprochene Ausgabe wurde 2015 von Richard Kölbl neu übersetzt und erscheint nun in der 3. Auflage. Klaus Böldl … Vater und Sohn unterwegs weiterlesen
Autor: Helgas Büchersofa
Thomas Hettche: Liebe
Max, 63 Jahre alt, ist Ocularist. Er stellt künstliche Augen her. Augen, Blindheit und Blicke und E.T.A. Hoffmanns „Sandmann“ durchziehen den Roman. Das Kunststudium hatte Max abgebrochen und das Geschäft seines Vaters übernommen, als seine Frau Cleo, Juristin, mit dem Sohn Philipp schwanger wurde, aber gerade ihre erste Arbeitsstelle angetreten hatte. Die Ehe hielt nicht, … Thomas Hettche: Liebe weiterlesen
Zeit der Unschuld
Ein Romanklassiker, vor gut 100 Jahren erschienen, vor gut 10 Jahren neu übersetzt – und trotzdem äußerst reizvoll und spannend zu lesen. Edith Wharton gehörte selbst zur New Yorker Oberschicht und wusste, worüber sie schrieb. Doch sie schrieb so gekonnt, packend und unterhaltsam, dass sie als erste Frau den Pulitzer-Preis bekam, später sogar die Ehrendoktorwürde … Zeit der Unschuld weiterlesen
Ich werde allein sein und ohne Party
Die promovierte Philosophin Sara Barquinero gilt als eine der wichtigsten neuen Stimmen in der spanischen Literatur. Trotzdem ist der Roman keine philosophische Abhandlung sondern eine Story, die einen mehr und mehr in Bann zieht. Die namenlose Ich-Erzählerin findet in ihrer Heimatstadt Zaragoza auf dem Rückweg von der Beerdigung einer Tante auf einem Müllcontainer ein Tagebuch … Ich werde allein sein und ohne Party weiterlesen
Dario Ferrari: Die Pause ist vorbei
Der Autor Dario Ferrarri ist für mich neu und eine echte Entdeckung. Eine echte Entdeckung ist auch sein Roman „Die Pause ist vorbei“, ein Roman der vieles ist: Campusroman, Beschreibung des gegenwärtigen Italiens, Detektivgeschichte. Für mich ist es ein komplexer, sehr gut konstruierter Roman, der auf zwei parallelen Zeitebenen spielt. Da ist Marcellos Jetzt-Zeit mit … Dario Ferrari: Die Pause ist vorbei weiterlesen
Vaim
Während meines Skandinavistik-Studiums begegnete mir Jon Fosse zum ersten Mal. Wir lasen im Seminar eines seiner Theaterstücke, wie immer auf Nynorsk geschrieben. Nicht ganz einfach für jemanden, dessen Sprachen Schwedisch und Dänisch, nicht aber Norwegisch war. Aber der Autor ließ mich nicht mehr los, inhaltlich nicht und sprachlich. Nach einer Reihe von Theaterstücken fing ich … Vaim weiterlesen
Lebensbilanzen
Zwei große alte Männer – zwei sehr verschiedene Zugriffsweisen, Lebensbilanz zu ziehen. Da ist die Autobiographie von Klaus Zehelein, einem der bedeutendsten Dramaturgen und Intendanten des deutschsprachigen Musiktheaters. Das Buch folgt den Stationen seines Berufslebens. In Kiel und Oldenburg begann seine beispielhafte Karriere. 1977 kehrte der Adorno-Schüler an seinen Studienort zurück und wurde für 10 … Lebensbilanzen weiterlesen
Diebstahl
Abdulrazak Gurnah ist eine der bedeutendsten literarischen Stimmen Großbritanniens. 2021 erhielt er den Literaturnobelpreis. Zu dem Zeitpunkt war kein einziger seiner Romane ins Deutsche übersetzt. Inzwischen ist sein Werk in deutscher Sprache beim Penguin Verlag erschienen. „Diebstahl“, übersetzt von Eva Bonné, ist der erste Roman nach dem Literaturnobelpreis. In seinen Romanen kehrt er immer wieder … Diebstahl weiterlesen
Blume Vollmond
Fang Fang ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Chinas. Seit ihrem zweiten Lebensjahr lebt sie in Wuhan, der Stadt, die während der Corona Epidemie drei Monate lang total abgeriegelt war. In ihrem Internet-Blog schilderte sie das Leben in der Stadt während der Isolation und übte leise Kritik am Vorgehen der Behörden. Mit dem daraus entstandenen … Blume Vollmond weiterlesen
Die Sprache der Möwen
Schon das erste Gedicht dieses schön gestalteten, zweisprachigen Gedichtbandes hat mich begeistert. Es beschreibt die karge Schönheit der nordischen Natur: „Es ist gewiss merkwürdig, aber ich sehe durchaus Schönheit in zertretenem und abgestorbenem Gras, in nackten Geröll- feldern, in Flechten auf Stein, in den Stielen des Ampfers, die aus der braunen Erde sprießen.“ […] Natur … Die Sprache der Möwen weiterlesen