Die Autorin Caroline Schmitt entwirft in Monstergott ein Bild religiöser Enge, das zugleich verstörend und überraschend menschlich wirkt. Der Roman begleitet abwechselnd je kapitelweise die Geschwister Ben und Esther, die durch ihre Eltern in einer freikirchlichen Gemeinschaft aufgewachsen sind und beginnen, die moralischen Regeln ihrer Glaubenswelt infrage zu stellen. Dabei erzählt Schmitt nicht einfach eine … Monstergott weiterlesen
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Die Lebensentscheidung
Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Sein jahrelanger Einsatz für den Green Deal war umsonst. Als er seine Mutter zum 89. Geburtstag in Wien besucht, verschweigt er ihr jedoch seinen vorgezogenen Ruhestand. Und auch das Gespräch mit Nathalie, der Geliebten aus … Die Lebensentscheidung weiterlesen
Sanditz
Deutsche Geschichte projiziert auf die Familie Wenzel, die in Sanditz, einer fiktiven Kleinstadt in der Lausitz lebt. Die Familie, das sind die Großeltern Erika und der verstorbene Norbert Wenzel, deren Kinder Dirk und Marion, sowie Marions Zwillinge Maria und Tom. Marion ist verheiratet mit Roland Maschnik, der nicht der leibliche, sondern der soziale Vater der … Sanditz weiterlesen
Der Argentinier
Auf dem Cover prangt kein Spiegel-Bestseller Aufkleber. Diese Novelle ist etwas für literarische Feinschmecker. „Im Laufe seiner schlimmsten Nacht auf hoher See biss Großvater ins Bild seiner Liebsten, die er in Europa zurückgelassen hatte, und erfuhr Linderung dadurch. Amelie hatte am Tag seiner Abreise versteinert am Gleis gestanden, als er im Frühzug an ihrem Elternhaus … Der Argentinier weiterlesen
Vater und Sohn unterwegs
Heđin Brú war einer der ersten Autoren, der in der färingischen Sprache schrieb. 1940 kam der Roman heraus. Eine bedeutende Entscheidung, denn bislang hatte es fast nur Literatur in dänischer Sprache von der Inselgruppe gegeben. Die hier besprochene Ausgabe wurde 2015 von Richard Kölbl neu übersetzt und erscheint nun in der 3. Auflage. Klaus Böldl … Vater und Sohn unterwegs weiterlesen
Thomas Hettche: Liebe
Max, 63 Jahre alt, ist Ocularist. Er stellt künstliche Augen her. Augen, Blindheit und Blicke und E.T.A. Hoffmanns „Sandmann“ durchziehen den Roman. Das Kunststudium hatte Max abgebrochen und das Geschäft seines Vaters übernommen, als seine Frau Cleo, Juristin, mit dem Sohn Philipp schwanger wurde, aber gerade ihre erste Arbeitsstelle angetreten hatte. Die Ehe hielt nicht, … Thomas Hettche: Liebe weiterlesen
Zeit der Unschuld
Ein Romanklassiker, vor gut 100 Jahren erschienen, vor gut 10 Jahren neu übersetzt – und trotzdem äußerst reizvoll und spannend zu lesen. Edith Wharton gehörte selbst zur New Yorker Oberschicht und wusste, worüber sie schrieb. Doch sie schrieb so gekonnt, packend und unterhaltsam, dass sie als erste Frau den Pulitzer-Preis bekam, später sogar die Ehrendoktorwürde … Zeit der Unschuld weiterlesen
Ich werde allein sein und ohne Party
Die promovierte Philosophin Sara Barquinero gilt als eine der wichtigsten neuen Stimmen in der spanischen Literatur. Trotzdem ist der Roman keine philosophische Abhandlung sondern eine Story, die einen mehr und mehr in Bann zieht. Die namenlose Ich-Erzählerin findet in ihrer Heimatstadt Zaragoza auf dem Rückweg von der Beerdigung einer Tante auf einem Müllcontainer ein Tagebuch … Ich werde allein sein und ohne Party weiterlesen
Dario Ferrari: Die Pause ist vorbei
Der Autor Dario Ferrarri ist für mich neu und eine echte Entdeckung. Eine echte Entdeckung ist auch sein Roman „Die Pause ist vorbei“, ein Roman der vieles ist: Campusroman, Beschreibung des gegenwärtigen Italiens, Detektivgeschichte. Für mich ist es ein komplexer, sehr gut konstruierter Roman, der auf zwei parallelen Zeitebenen spielt. Da ist Marcellos Jetzt-Zeit mit … Dario Ferrari: Die Pause ist vorbei weiterlesen
Vaim
Während meines Skandinavistik-Studiums begegnete mir Jon Fosse zum ersten Mal. Wir lasen im Seminar eines seiner Theaterstücke, wie immer auf Nynorsk geschrieben. Nicht ganz einfach für jemanden, dessen Sprachen Schwedisch und Dänisch, nicht aber Norwegisch war. Aber der Autor ließ mich nicht mehr los, inhaltlich nicht und sprachlich. Nach einer Reihe von Theaterstücken fing ich … Vaim weiterlesen