Monstergott

Die Autorin Caroline Schmitt entwirft in Monstergott ein Bild religiöser Enge, das zugleich verstörend und überraschend menschlich wirkt. Der Roman begleitet abwechselnd je kapitelweise die Geschwister Ben und Esther, die durch ihre Eltern in einer freikirchlichen Gemeinschaft aufgewachsen sind und beginnen, die moralischen Regeln ihrer Glaubenswelt infrage zu stellen. Dabei erzählt Schmitt nicht einfach eine … Monstergott weiterlesen

Sanditz

Deutsche Geschichte projiziert auf die Familie Wenzel, die in Sanditz, einer fiktiven Kleinstadt in der Lausitz lebt. Die Familie, das sind die Großeltern Erika und der verstorbene Norbert Wenzel, deren Kinder Dirk und Marion, sowie Marions Zwillinge Maria und Tom. Marion ist verheiratet mit Roland Maschnik, der nicht der leibliche, sondern der soziale Vater der … Sanditz weiterlesen

Thomas Hettche: Liebe

Max, 63 Jahre alt, ist Ocularist. Er stellt künstliche Augen her. Augen, Blindheit und Blicke und E.T.A. Hoffmanns „Sandmann“ durchziehen den Roman. Das Kunststudium hatte Max abgebrochen und das Geschäft seines Vaters übernommen, als seine Frau Cleo, Juristin, mit dem Sohn Philipp schwanger wurde, aber gerade ihre erste Arbeitsstelle angetreten hatte. Die Ehe hielt nicht, … Thomas Hettche: Liebe weiterlesen

Ich werde allein sein und ohne Party

Die promovierte Philosophin Sara Barquinero gilt als eine der wichtigsten neuen Stimmen in der spanischen Literatur. Trotzdem ist der Roman keine philosophische Abhandlung sondern eine Story, die einen mehr und mehr in Bann zieht. Die namenlose Ich-Erzählerin findet in ihrer Heimatstadt Zaragoza auf dem Rückweg von der Beerdigung einer Tante auf einem Müllcontainer ein Tagebuch … Ich werde allein sein und ohne Party weiterlesen

Dario Ferrari: Die Pause ist vorbei

Der Autor Dario Ferrarri ist für mich neu und eine echte Entdeckung. Eine echte Entdeckung ist auch sein Roman „Die Pause ist vorbei“, ein Roman der vieles ist: Campusroman, Beschreibung des gegenwärtigen Italiens, Detektivgeschichte. Für mich ist es ein komplexer, sehr gut konstruierter Roman, der auf zwei parallelen Zeitebenen spielt. Da ist Marcellos Jetzt-Zeit mit … Dario Ferrari: Die Pause ist vorbei weiterlesen

Vaim

Während meines Skandinavistik-Studiums begegnete mir Jon Fosse zum ersten Mal. Wir lasen im Seminar eines seiner Theaterstücke, wie immer auf Nynorsk geschrieben. Nicht ganz einfach für jemanden, dessen Sprachen Schwedisch und Dänisch, nicht aber Norwegisch war. Aber der Autor ließ mich nicht mehr los, inhaltlich nicht und sprachlich. Nach einer Reihe von Theaterstücken fing ich … Vaim weiterlesen