Ett öga rött (Das Kamel ohne Höcker) war Khemiris erster Roman und der erste, den ich von ihm las und mich zum Khemiri-Fan machte. Seinen neuen Roman „Systrarna“ (Die Schwestern) habe ich zuerst auf Deutsch gelesen, weil mir erst im Herbst eine Freundin die schwedische Ausgabe mitbringt. Aber da die Ursel Allenstein übersetzt hat, kann … Die Schwestern weiterlesen
Übung in Gehorsam
Erste Sätze haben es in sich. „Übung in Gehorsam“ beginnt mit den Sätzen: „Es war das Jahr, als die Sau ihre Ferkel aus der Welt schaffte. Es war eine rasante und bedrohliche Zeit.“ (S.11) Das zeigt bereits, dass der nun folgende Monolog der namenlosen Ich-Erzählerin von etwas Problematischem erzählt. Auch die Überschrift des ersten Kapitels … Übung in Gehorsam weiterlesen
Sehr geehrte Frau Ministerin
Meine erste Begegnung mit Ursula Krechel war 2012 ihr Roman „Landgericht“, der nicht nur mich beeindruckte, sondern auch die Jury für den Deutschen Buchpreis so, dass ihr dieser zugesprochen wurde. Jetzt, 2025, also „Sehr geehrte Frau Ministerin“, und wieder gibt es einen Preis, nicht nur für dieses Buch, sondern für das Gesamtwerk: den höchsten deutschen … Sehr geehrte Frau Ministerin weiterlesen
Eine Zeit, zu leben
Jan Kjærstad zählt zu den bedeutendsten zeitgenössische Autoren Norwegens. Er wurde 1953 in Oslo geboren und studierte Theologie. Direkt nach dem Studium begann er zu schreiben, arbeitete aber parallel als Pastor, Jazzpianist und Redakteur der norwegischen Literaturzeitschrift „Vinduet“. Er lebt in Oslo, wo auch der Roman „Eine Zeit, zu leben“ spielt. Leider ist Kjærstad leider … Eine Zeit, zu leben weiterlesen
Schwebende Lasten
„Hanna Krause war Blumenbinderin, bevor das Leben sie zur Kranführerin machte. Sie hat zwei Revolutionen, zwei Diktaturen, einen Aufstand zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer, gute und schlechte Zeiten erlebt, hat sechs Kinder geboren und zwei davon nicht begraben können, was ihr nachging bis zum Lebensende. Hatte später, nachdem … Schwebende Lasten weiterlesen
Armes Ding
Matias Faldbakken entstammt einer Künstlerfamilie: Sein Vater ist der Schriftsteller Knut Faldbakken, seine Mutter die Kunsthandwerkerin/ Keramikerin Gro Skåltveit. Offensichtlich hat er von beiden Elternteilen das Talent geerbt, denn er ist sowohl ein angesehener bildender Künstler, dessen Arbeiten - Videoarbeiten, Installationen, Skulpturales, Collagen - international in bedeutenden Galerien zu sehen sind und ein Schriftsteller, der … Armes Ding weiterlesen
Der Reiher
Giorgio Bassaniwar für mich eine echte Neuentdeckung und eine echte Lücke, wie ich feststellen musste, als ich mich über ihn informierte. Mein erster Roman von ihm ist sein letzter: Der Reiher. Doch zuerst einiges über den Autor: „Giorgio Bassani (1916 Bologna – 2000 Rom) ist in Deutschland 1963 besonders durch seinen Roman „Die Gärten der Finzi-Contini“ … Der Reiher weiterlesen
Imperium
Christian Kracht wird verkraften können, dass ich nicht zu seiner Fan-Gemeinde gehören und kein weiteres Buch von ihm lesen will. Eine Freundin hatte mir „Eurotrash“ geliehen, dieses autofiktionale Roadmovie des Erzählers mit seiner kranken, dementen Mutter durch die Schweiz. Dabei kommen der Aufstieg der Familie in den Geldadel, das Nazitum des Großvaters und ein traumatischer … Imperium weiterlesen
Lust
„Wie wird man zum Schriftsteller? Ist es möglich, das Schreiben zum Beruf zu machen? Kann man davon leben? Und was für ein Leben kann das wohl sein? Ja, kann das Schreiben einen retten? In seinem jüngsten Roman verwebt Tomas Espedal Leben und Literatur – Autobiografie und Bildungsroman - auf bezwingende Weise. Der Doppeldeutigkeit des Titels … Lust weiterlesen
Wildhof
Lina knurrt. Es ist ihre ganz spezifische Art, Ärger, Wut, Abwehr zu äußern, ihr Gegenüber zu warnen. Sie kann ausrasten. Als sie, die gefragte Entwicklerin von Apps und Internetseiten entdeckt, dass ein Praktikant brutale Videos postet, will sie ihn im Obergeschoss des Bürogebäudes aus dem Fenster stürzen. Das bringt ihr sechs Monate auf Bewährung. Jetzt … Wildhof weiterlesen